MARIA MAGDALENA
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Wie ich die Umsetzung der BEDINGUNGSLOSEN LIEBE im Alltag sehe

 

Ein Ausflug mit dem Fahrrad

An einem schönen Tag im Sommer 2006 waren wir mit einem lieben Freund mit den Fahrrädern unterwegs. Ich hatte an meinem Fahrrad einen Kinderanhänger, indem mein jüngerer Sohn sass. Wir wollten an einer Fussgängerampel die Strasse überqueren. Als ich hinfuhr, war unser Freund schon drüben und wartete etwa 20 Meter von der Ampel entfernt auf uns. Ich fand es für mich mit meinem Kinderanhänger sehr ungeschickt zum Ampelknopf hinzukommen. Deshalb rief ich zu ihm rüber, er soll doch schnell mal die Ampel drücken, obwohl er schon einige Meter davon weg war. Schimpfend (er sagte: " Du faules Stück kannst das doch selber machen") stellte er sein Fahrrad ab und lief zur Ampel zurück und drückte.
Er entschied sich dafür meiner Aufforderung nachzukommen, was in diesem Moment einen "Bruch" in unserer Beziehung verhinderte. Dabei war für mich sehr wichtig, dass er seine Empörung über mein Verhalten ausdrückte. So hatte ich die Möglichkeit später über diese Situation nachzudenken und ich stellte fest, dass es für mich durchaus gut machbar gewesen wäre mit meinem Fahrrad samt Anhänger an die Ampel zu fahren, um selbst zu drücken. Es war für mich eine LIEBE-volle Lektion und bewirkte bei mir, dass ich mich danach nicht mehr so verhalten habe.
Dabei musste ich an einen Satz aus der Bergpredigt ( Matthäus 5, 41 ) denken:
 " Und wenn einer dich zwingt, ein Stück weit mit ihm zu gehen, dann geh mit ihm doppelt so weit."
Der "Zwang" in diesem Erlebnis war meine Unfähigkeit zu sehen, dass ich durchaus selbst die Ampel hätte drücken  können. Mit dieser meiner Begrenztheit und auch der darin enthaltenen Bequemlichkeit und Unselbständigkeit ging er sehr LIEBE-voll um.

 

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