MARIA MAGDALENA
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Liselotte Herrmann

Mein älterer Sohn erinnerte mich daran, dass ich mir eine Ausstellung über bedeutende Frauen der letzten Jahrhunderte anschauen wollte. Dort wurde ich auf diese Inkarnation aufmerksam gemacht. Vor einigen Tagen schrieb ich hier ein paar Sätze aus meiner Erinnerung an die Ausstellung auf. Heute am 22.12.07 war ich gerade in der Küche beschäftigt, als mir diese Inkarnation wieder in den Sinn kam und die Gedanken: "Schau das nochmal an." Daraufhin ging ich ins Internet, um nach Lilos Biographie zu suchen und stellte fest, dass ich mir wesentliche Daten nicht richtig gemerkt hatte. Im folgenden der Lebenslauf:

Aus Wikipedia: Liselotte Herrmann (genannt Lilo, * 23. Juni 1909 in Berlin; † 20. Juni 1938 in Berlin-Plötzensee, hingerichtet) war eine kommunistische Widerstandskämpferin während der Zeit des Nationalsozialismus.

Lebenslauf

Die Tochter eines Ingenieurs wurde bürgerlich-liberal erzogen, arbeitete nach dem Abitur zunächst in einer chemischen Fabrik, um danach ab 1929 ihr Studium der Fächer Chemie und seit 1931 der Biologie in Berlin aufzunehmen. Dies führte sie an die Technische Hochschule Stuttgart und die Universität Berlin. Sie trat 1928 (oder 1930) in den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands ein und wurde auch Mitglied des Roten Studentenbundes. Seit 1931 war sie Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Im Frühjahr 1933 unterschrieb sie einen „Aufruf zur Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten an der Berliner Universität“ und wurde deshalb mit etwa 100 anderen Studenten am 11. Juli 1933 von der Universität verwiesen. Seitdem arbeitete sie illegal im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur Deutschlands.

Sie nahm eine Stelle als Kindermädchen an und knüpfte Kontakte zu Aktivisten des bewaffneten Widerstands innerhalb der KPD. 1934 wurde Liselottes Sohn Walter geboren; erst viele Jahre später wurde bekannt, dass sein Vater Fritz Rau war, Redakteur kommunistischer Zeitungen, im Dezember 1933 in der Haft gestorben, angeblich als Selbstmörder. Seit September des gleichen Jahres lebte Herrmann wieder in Stuttgart, wo sie als Stenotypistin im Ingenieurbüro ihres Vaters arbeitete.

Wieder bestanden Kontakte zur verbotenen KPD. Herrmann erlangte Informationen über geheime Rüstungsprojekte, die sie an das in der Schweiz bestehende Büro der KPD weitergab.

Am 7. Dezember 1935 wurde Liselotte Herrmann festgenommen. Für 19 Monate blieb sie in Untersuchungshaft, während ihr Sohn bei den Großeltern aufwachsen musste. Vor dem Volksgerichtshof angeklagt, wurde Herrmann am 12. Juni 1937 vom 2. Senat des Volksgerichthofes in Stuttgart wegen „Landesverrats und Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Während der Haft in Stuttgart war sie mit Lina Haag im Gefängnis. Lina Haag gab ihr nach dem Urteil acht Schmerztabletten (ich vermute, es sollte hier Schlaftabletten heissen, MM), die sie für sich selber aufgespart hatte. In deren Erinnerungen (" Eine Hand voll Staub Widerstand einer Frau 1933 - 1945 ", MM)  werden auch die Zustände im Stuttgarter Gefängnis erklärt, sowie die damalige Stimmung Liselotte Herrmanns nach dem Urteil.

Nach einem Jahr im Berliner Frauengefängnis wurde sie zur Hinrichtung in die Haftanstalt Berlin-Plötzensee verlegt. Liselotte Herrmann starb trotz in- und ausländischer Proteste am 20. Juni 1938 unter der Guillotine. Ihre politischen Freunde Stefan Lovasz, Josef Steidle und Artur Göritz wurden am gleichen Tag exekutiert.

Literatur

  • Alfred Behr: Ein schwäbischer Streit der Historiker um ein Denkmal. Ende einer DDR-Legende über Lilo Hermann, in: FAZ, Nr. 29 vom 4. Februar 1993, S. 4
  • Max Burghardt: Briefe, die nie geschrieben wurden. Lilo Hermann zum Gedächtnis, Verl. Neues Leben, Berlin, 1966
  • Ditte Clemens: Schweigen über Lilo. Die Geschichte der Liselotte Hermann, BS-Verl., Rostock 2002, ISBN 3-89954-013-1
  • Deutsche Widerstandskämpfer 1933-1945. Biographien und Briefe, Dietz, Berlin, 1970 (vol. 1-2)
  • Stephan Hermlin: Die erste Reihe, Verl. Neues Leben, Berlin, 1959
  • Karl-Heinz Jahnke (Hrsg.): Niemals vergessen! Aus dem antifaschistischen Widerstandskampf der Studenten Europas, Verl. Neues Leben, Berlin 1959
  • Lothar Letsche (Hrsg.): Lilo Herrmann. Eine Stuttgarter Widerstandskämpferin, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Stuttgart 1993
  • Von Paul Dessau ist die Leidensgeschichte von Liselotte Herrmann vertont: Lilo Herrmann : Melodram für Sprechstimmen mit Flöte, Klarinette, Trompete, Violine, Bratsche, Violoncello und einem kleinen Chor. Eine Schallplattenaufnahme war Teil des DDR-Musikunterrichts.


*

In diesen Tagen, als ich an dieses Leben erinnert wurde, dabei auch Schmerz empfand, verhielt sich mein kleiner Sohn sehr merkwürdig. Ich konnte das Zimmer nicht verlassen und er weinte sehr und rief: " Mama geh nicht weg. Du darfst nicht weg gehen." Glücklicherweise war gerade meine liebe Freundin Anne da und tröstete ihn sehr liebevoll, da ich dazu in diesem Moment nicht in der Lage war. So gehe ich davon aus, dass er damals auch mein Sohn war, den ich verlassen musste.
Während ich den obenstehenden Lebenslauf las, wurde ich mit dem LICHT GOTTES auf Lina Haag aufmerksam gemacht. Daraufhin besorgte ich mir das Buch von Lina Haag: " Eine Hand voll Staub Widerstand einer Frau 1933 - 1945 "
Ich blätterte, bis ich zu einer Stelle kam, an der sie von Lilo Hermann berichtete:
" Die Gestapo liess bei den Verhören ihr Kind  im Nebenzimmer nach ihr rufen. Man sicherte ihr Begnadigung zu, wenn sie ihre Mitverschworenen verraten würde, während man im Nebenzimmer ihr Kind nach ihr rufen liess. Dennoch schwieg sie.....Am Abend flüstert mir Lilo Herrmann durch den Türspalt über den Gang herüber, dass man sie zum Tode verurteilt habe.....Der nächste Tag ist ein Sonntag. Eine Hilfswachtmeisterin schliesst aus Versehen meine Zellentür nicht ab. Ich merke es sofort und vermute eine Falle. Als die Diensthabende jedoch die Korridortür abschliesst, bin ich sicher, dass es aus Versehen geschehen ist. Nun ist der ganz Gang "sauber". Ich klopfe an Lilos Tür. Was soll ich ihr sagen, was kann ich ihr sagen? Die Tränen sitzen mir im Hals. Ich habe acht Schmerztabletten ( ich vermute, es sollte hier Schlaftabletten heissen, MM ) in der zusammengepressten Hand, das Einzige was ich habe. Ich habe sie in den langen Monaten meiner Haft unter allerlei Vorwänden erbettelt und für schwere Nächte zusammengespart. Jetzt schiebe ich sie einzeln unter Lilos Zellentür durch. " Es sind Schlaftabletten ", sage ich erschüttert." Lieb von dir ", sagt Lilo mit ruhiger Stimme, "vielen Dank!" Ob ich sonst noch etwas für sie tun könne, frage ich. Nein, meint sie, ich könne sonst nichts mehr für sie tun. Sie käme ohnehin nach Berlin...zum Ende, ja. Und allen noch alles Gute!"

Als ich die Stelle mit dem Kind (ca. 3 - 3 1/2 Jahre alt) las, spürte ich einen heftigen Schmerz hervorkommen und ich durfte weinen. Und mir wurde in diesem Moment klar, wie unlösbar diese Situation damals war. Sollte Sie ihre Freunde verraten, um, wie ihr zugesagt wurde, begnadigt zu werden und damit bei ihrem Kind bleiben zu können? Mein Gedanke war auch bei dem Kind, was muss es durchgemacht haben? Es wurde mir klar, dass in dieser Zeit grosse Schuldgefühle gegenüber dem Kind entstanden sein müssen und verdrängt wurden, überhaupt viel Schmerz verdrängt wurde. Ich erkannte, warum ich meinem jüngeren Sohn gegenüber so nachgiebig war und mich manchmal von ihm fast schon herumkommandieren liess. Es kam mir auch ins Bewusstsein, dass ich als Kind fast nie weinte, ich war sehr verhärtet, ich hatte nicht nur diese Belastungen mit in dieses Leben gebracht.
An diesem Abend wurde ebenfalls von mir verdrängter Schmerz, der in den ersten beiden Lebensjahren meines grösseren Sohnes entstand, gelöst. Ich sah in diesem Moment mein Kind mit den Handschuhen an den Händen, die er Tag und Nacht trug, damit er sich nicht aufkratzte (siehe auch im " Über mich ").

Als sich diese Energien lösten, bekam ich anfangs eine Halsentzündung (siehe auch " Was tun bei Halsschmerzen /  Halsentzündung? ").
Und ich machte eine sehr interessante Beobachtung :
Seit einigen Wochen nehme ich Eisentabletten und hatte jedes Mal kurz mit einer starken Übelkeit zu kämpfen. Dies steht auch im Beipackzettel als mögliche Nebenwirkung. Diese Übelkeit nach Einnahme der Eisentablette ist während meiner "Erkältungszeit" plötzlich verschwunden und auch Monate später nicht wieder aufgetaucht!
 

 

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